18 Abteilungen. Ein TSV.
Die Geschichte unserer sportlichen Vielfalt.
Aus ersten Turngruppen, neuen Sportideen, viel Eigenleistung und dem Engagement vieler Menschen entwickelte sich auf Kareths Höhen Schritt für Schritt ein vielseitiger Mehrspartenverein. Der Fußball gehört selbstverständlich zu den heutigen 18 Abteilungen; weil seine Geschichte auf einer eigenen History-Seite ausführlich erzählt wird, stehen hier vor allem die weiteren Sportarten und ihre Entwicklung im Mittelpunkt.
Der Wandel begann in den 1960er Jahren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war der TSV über lange Zeit vor allem ein Fußballverein. Doch Kareth und Lappersdorf veränderten sich. Neue Wohngebiete entstanden, junge Familien kamen hinzu und mit ihnen wuchs der Wunsch nach weiteren Möglichkeiten für Bewegung, Training und gemeinsames Vereinsleben.
Die neue Schulturnhalle schuf Anfang der 1960er Jahre erstmals bessere Voraussetzungen für Sport jenseits des Fußballplatzes. Aus zunächst selbstständigen Gruppen wurden feste Angebote. Menschen brachten neue Sportarten mit, übernahmen Verantwortung und organisierten Training. In den 1970er Jahren beschleunigte sich diese Entwicklung enorm.
Der Fußball blieb dabei ein prägender Teil des TSV und gehört selbstverständlich zu den heutigen 18 Abteilungen. Seine eigene, besonders umfangreiche Geschichte wird auf einer separaten History-Seite erzählt; hier richtet sich der Blick auf die Entwicklung der sportlichen Vielfalt daneben.
Gleichzeitig entstanden mit dem Sportzentrum und später der Gemeindehalle Räume, in denen sich neue Abteilungen dauerhaft entwickeln konnten. Sportangebot und Sportstätten wuchsen dabei miteinander.
Aus einem stark vom Fußball geprägten Verein wurde so Schritt für Schritt der heutige TSV mit 18 Abteilungen.
Plötzlich war beim TSV mehr möglich als Fußball.
Die neuen Sportmöglichkeiten an der Schule und der Wunsch nach gemeinsamer Bewegung brachten Gruppen hervor, aus denen später feste TSV-Abteilungen wurden.
Einen wichtigen Ausgangspunkt bildete die 1963 in Betrieb genommene Sporthalle der Volksschule Lappersdorf. Sportbegeisterte Männer nutzten die neuen Möglichkeiten für Boden- und Geräteturnen, Leichtathletik, Ballspiele und das Sportabzeichen. Zunächst war diese Gruppe noch nicht Teil des TSV.
Auch für Frauen entstanden in den 1960er Jahren eigene Bewegungsangebote. Damit zeichnete sich erstmals ab, dass organisierter Sport in Kareth und Lappersdorf weit mehr sein konnte als Mannschaftsfußball.
Männerturnen
Hans Lachner gab den Anstoß für eine sportbegeisterte Männergruppe. Anfangs wurde ausgesprochen vielseitig trainiert: Geräte- und Bodenturnen, Leichtathletik, Ballspiele und Sportabzeichen gehörten selbstverständlich zusammen.
Im März 1970 trat die Gruppe dem TSV bei. Zeitweise gab es sogar eine eigene Jugendgruppe. 1973 nahm die Abteilung an einer Faustball-Verbandsrunde teil – und gewann ihre Runde.
Fitness & Turnen
Die heutige Abteilung hat mehrere historische Wurzeln. Bereits 1964 entstanden feste Angebote im Frauenturnen. 1973 kam eine eigene Freizeitabteilung hinzu.
Über Jahrzehnte entwickelten sich daraus zahlreiche Angebote für Kinder, Erwachsene und ältere Mitglieder – von Gymnastik und Tanz bis zum Kinder- und Gesundheitssport. 2009 wurden die gewachsenen Strukturen schließlich zur heutigen Abteilung Fitness & Turnen zusammengeführt.
Innerhalb weniger Jahre verändert sich der Verein grundlegend.
Schach, Eisstock, Ski, Tennis, Leichtathletik und Tischtennis: In der ersten Hälfte der 1970er Jahre entstand ein großer Teil der sportlichen Vielfalt, die den TSV bis heute auszeichnet.
Der Wandel hatte auch mit der Entwicklung der Gemeinde zu tun. Neue Wohngebiete brachten viele Familien nach Lappersdorf und Kareth. Sie suchten Anschluss, Freizeitmöglichkeiten und Sportangebote für Erwachsene und Kinder.
Gleichzeitig entstanden immer mehr Gruppen außerhalb des bisherigen Fußballbetriebs. Für den TSV war das eine entscheidende Weichenstellung: Aus einzelnen Initiativen wurden feste Abteilungen unter einem gemeinsamen Vereinsdach.
Schach
Schon wenige Jahre nach der Gründung spielte die Abteilung auf hohem Niveau. 1972/73 erreichte sie bereits die Landesliga Süd. Parallel wurde früh erkannt, dass die Zukunft auch hier im eigenen Nachwuchs liegt.
Eisstock
Die Eisstockschützen mussten in ihren Aufbaujahren immer wieder improvisieren. Auf einen Bauwagen folgte eine Asphaltbahn am neuen Sportplatz. Später entstand gemeinsam mit Verein und Gemeinde eine größere Anlage.
Auf der gemeinsam genutzten Fläche waren zeitweise sieben Stockbahnen, zwei Tennisplätze und zwei Volleyballfelder markiert.
Ski & Bergsport
Hans Lachner sen., Hans Herrmann sen. und Erich Dürmeier gaben im Oktober 1971 den Anstoß. Zur Gründungsversammlung kamen 36 Skibegeisterte.
Bereits 1973 hatte die Abteilung rund 350 Mitglieder; 1986 überschritt sie sogar die Marke von 900.
Tennis
Der erste Tennisplatz war noch der Allwetterplatz bei der Mittelschule. Sein rauer schwarzer Belag färbte die damals weißen Tennisbälle schnell grau.
1976 zählte die Abteilung bereits rund 340 Mitglieder. Später erreichte Tennis zeitweise etwa 700 Mitglieder und gehörte damit zu den größten Bereichen des Vereins.
Leichtathletik
Am 1. Januar 1974 wurde die Leichtathletik als eigene Abteilung gegründet. In den folgenden Jahrzehnten errangen Karether Athletinnen und Athleten zahlreiche Erfolge.
Talentierte Diskuswerfer führten zum Bau einer eigenen Wurfanlage. Rund fünfzehn Meisterschaften des BLV-Kreises Oberpfalz Süd wurden im Sportzentrum ausgerichtet.
Tischtennis
Horst Hieronymus gründete die Abteilung am 16. Januar 1974. Trainiert wurde zunächst auf zwei Platten im Gymnastikraum der Schulturnhalle.
Nur zehn Monate später zählte die Abteilung bereits 23 Erwachsene und 59 Jugendliche.
Das Sportzentrum wird zum Motor der Vielfalt.
Neue Abteilungen brauchten Hallen, Plätze und Räume. Gleichzeitig ermöglichten die neuen Anlagen wiederum weitere Sportarten.
Mitte der 1970er Jahre entstand mit enormem Einsatz das neue Sportzentrum auf Kareths Höhen. Verein, Gemeinden und Schulverband arbeiteten zusammen, zahlreiche Mitglieder halfen praktisch mit. Ende 1976 wurde das Vereinszentrum feierlich übergeben.
1987 folgte mit der neuen Dreifachturnhalle der Gemeinde ein weiterer entscheidender Schritt. Gerade Hallensportarten fanden damit Bedingungen, die vorher kaum denkbar gewesen wären.
Auf Kareths Höhen wächst nicht nur ein Gebäude.
Das Sportzentrum wurde zum gemeinsamen Zuhause des Mehrspartenvereins. Hallen, Außenanlagen, Kegelbahn, Tennisplätze, Stockbahnen und weitere Sportflächen machten aus dem breiten Sportangebot gelebten Alltag.
Als 1987 auch die neue Gemeindehalle fertiggestellt war, präsentierten die Abteilungen bei einem großen Festabend die inzwischen entstandene sportliche Vielfalt.
Die räumliche Grundlage für viele der heutigen Abteilungen.
Volleyball
Adi Klein baute die neue Abteilung auf. Bereits im ersten Jahr startete eine Herrenmannschaft in der Kreisliga. 1978/79 waren es schon drei Teams.
Ab 1999 kam Beachvolleyball hinzu. Später verlagerte sich der Schwerpunkt stärker in Richtung Freizeitliga.
Kegeln
Am 27. Juli 1977 wurde die Kegelabteilung mit nur acht Mitgliedern gegründet. Bereits wenige Monate später waren es deutlich mehr.
Bis in die 1990er Jahre stiegen Mannschaften bis zur Bezirksliga A Süd auf. Auch die Kegelbahn selbst wurde mehrfach erneuert und modernisiert.
Rock’n’Roll & Boogie Woogie
Die Geschichte begann 1979 im Circus Krone: Sonja und Peter Mückl sahen dort eine Rock’n’Roll-Weltmeisterschaft und waren begeistert.
1981 entstand beim TSV die Gruppe „Tutti Frutti“, 1982 wurde sie eigenständige Abteilung.
Trampolin
Die neue Gemeindehalle hatte etwas Entscheidendes: genügend Höhe. Heinz und Henriette Krammel wechselten daraufhin von der Regensburger Turnerschaft nach Lappersdorf und gründeten die Trampolinabteilung.
Sportschützen
Auch Abteilungen können Teil der Vereinsgeschichte werden, obwohl sie heute nicht mehr bestehen. Die Sportschützen wurden am 15. Dezember 1976 gegründet und prägten den TSV über 45 Jahre.
Die Abteilung richtete Wettbewerbe aus und war über Jahrzehnte fester Bestandteil des Vereinslebens. Zum 31. Dezember 2021 endete der Sportbetrieb; im Januar 2022 wurde die Auflösung organisatorisch abgeschlossen.
Der TSV übernimmt neue Aufgaben.
Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre erweitert sich das Spektrum noch einmal deutlich.
Herzsport
Die Idee kam von Heinz Rölz. Nach einer Bypass-Operation wurde ihm in der Rehabilitation regelmäßiges Training in einer Herzsportgruppe empfohlen.
Die neue TSV-Gruppe begann mit zwölf Teilnehmern, einem geliehenen Notfallkoffer und einem gemieteten Defibrillator.
Karate
Im Oktober 1999 entstand bei einigen Trainingskollegen die Idee einer eigenen Karateabteilung. Fünf Freunde stellten das Konzept der Vereinsführung vor.
Bis 2017 wuchs die Abteilung auf mehr als 100 Mitglieder, darunter viele Kinder und Jugendliche.
Judo
Judo entstand nicht bei null: Die Gruppe wechselte 2005 als bestehende Gemeinschaft zum TSV und brachte Mitglieder und Trainer mit.
Später rückten Technikvielfalt, Technikverständnis und ein am Kodokan-Judo orientierter Breitensport stärker in den Mittelpunkt.
Fitness & Turnen wird neu gebündelt
2009 wurden die gewachsenen Turn-, Freizeit- und Fitnessstrukturen organisatorisch neu zusammengeführt.
Damit entstand aus mehreren historischen Wurzeln die heutige Abteilung Fitness & Turnen.
Auch ein Traditionsverein bleibt in Bewegung.
Ultimate Frisbee und Badminton zeigen, dass die Entwicklung des Sportangebots keineswegs abgeschlossen ist.
Ultimate Frisbee
Die Wurzeln der späteren TSV-Abteilung reichen bis in die frühen 2000er Jahre zurück. Turniererfahrung kam ab 2007 hinzu.
2017 schlossen sich die Ratisbona Eagles dem TSV an und Ultimate Frisbee wurde als 18. Abteilung in den Verein aufgenommen. Schon im ersten Jahr beim TSV wuchs die Gruppe stark; die Mitgliederzahl hatte sich gegenüber dem Start nahezu verdoppelt.
Badminton
Der Ausgangspunkt war ungewöhnlich: 2020 nutzte eine Siemens-Betriebssportgruppe die frisch renovierte TSV-Halle zum Badmintontraining. Aus dem regelmäßigen Training entstand der Wunsch, dauerhaft Teil des TSV zu werden.
Im Oktober 2021 wurde die Badmintonabteilung gegründet. Anfang 2022 zählte sie bereits 28 Mitglieder. Zur Saison 2025/26 folgte der nächste Schritt: Erstmals meldete die Abteilung eine Mannschaft für den offiziellen Ligabetrieb.
Geschichte wird auch heute geschrieben
Deutsche Meisterschaft in der Gemeindehalle vor rund 800 Zuschauern.
Die Ratisbona Eagles richten einen großen Nachwuchswettbewerb in Lappersdorf aus.
Das inklusive Engagement der Skiabteilung erhält überregionale Anerkennung.
Unterschiedliche Sportarten bilden gemeinsam einen Verein.
Jugendarbeit verbindet die Abteilungen.
Die Jugend ist keine einzelne Sportart neben den anderen. Sie zieht sich quer durch den gesamten Verein.
Rund 1.100 Mitglieder des TSV sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Hinter dieser Zahl stehen ganz unterschiedliche Wege: Kinderturnen, Tanz, Tischtennis, Tennis, Leichtathletik, Kampfsport, Trampolin, Ultimate Frisbee und viele weitere Angebote.
Manche Abteilungen erkannten schon wenige Jahre nach ihrer Gründung, wie wichtig eigener Nachwuchs ist. Bei Tischtennis waren zehn Monate nach der Gründung bereits 59 Jugendliche dabei. Auch Ski, Rock’n’Roll, Trampolin und viele weitere Bereiche entwickelten früh eigene Nachwuchsstrukturen.
Ein sichtbares Symbol gemeinsamer Jugendarbeit ist die Kinderolympiade. Bereits 2002 fand die 25. Ausgabe statt. 2017 nahmen rund 230 Kinder teil. Heute verbindet sie Bewegung, Familienfest und Gesamtverein.
Geschichten, die keine Tabelle erzählt.
Gerade kleine Episoden zeigen, wie viel Improvisation, Begeisterung und manchmal auch Humor in der Geschichte der Abteilungen steckt.
Der erste Tennisplatz war ein rauer schwarzer Allwetterplatz. Die damals noch weißen Bälle sahen nach kurzer Zeit entsprechend mitgenommen aus.
Auf einer einzigen Asphaltfläche lagen zeitweise sieben Eisstockbahnen, zwei Tennisplätze und zwei Volleyballfelder.
Bereits im Jahr nach der Ski-Gründung kamen rund 300 Besucher zum Skihaserlball im Lappersdorfer Pfarrsaal.
Eine Rock’n’Roll-WM im Circus Krone begeisterte so sehr, dass wenige Jahre später eine eigene TSV-Abteilung entstand.
Bei einem Bundesliga-Spieltag der Schachabteilung saßen sieben Großmeister an den Brettern.
Die neue Herzsportgruppe begann mit geliehenem Notfallkoffer und gemietetem Defibrillator.
Die Tischtennisabteilung erkämpfte das Aufstiegsrecht, nahm den Schritt aus finanziellen und personellen Gründen jedoch nicht wahr.
Zum 75. Vereinsgeburtstag machten die Leichtathleten die Weltrekorddimension mit einer 50×200-Meter-Staffel anschaulich.
Zahlen, hinter denen Menschen und Aufbauarbeit stehen.
Von den ersten Turngruppen bis zur jüngsten Abteilung
18 Abteilungen. Viele Geschichten. Ein TSV.
Die Geschichte der sportlichen Vielfalt ist keine Nebengeschichte des Vereins. Sie ist die Geschichte seines Wachstums: Aus einzelnen Gruppen wurden Abteilungen, aus improvisierten Trainingsmöglichkeiten eigene Anlagen und aus neuen Sportideen feste Bestandteile des TSV. Manche Angebote kamen hinzu, andere – wie die Sportschützen nach 45 Jahren – wurden Teil der abgeschlossenen Vereinsgeschichte.
Entscheidend waren dabei nie nur Hallen, Plätze oder sportliche Erfolge. Entscheidend waren Menschen: Gründerinnen und Gründer, Übungsleiterinnen und Übungsleiter, Verantwortliche, Helfer und Generationen von Mitgliedern, die aus Ideen dauerhafte Strukturen gemacht haben.
Und diese Geschichte ist nicht abgeschlossen. Neue Sportangebote, neue Generationen und neue Formen des Ehrenamts werden den TSV auch in Zukunft weiter verändern.