Podestplatz an der deutschen Jugendeinzelmeisterschaft

Vom 23.-30. Mai 2026 fand in Willingen die deutsche Jugendeinzelmeisterschaft statt. Die deutsche Schachjugend hat für diesen Anlass das Sauerland Stern Hotel komplett gebucht für die etwa 1000 Spieler und Begleitpersonen. Vom TSV Kareth-Lappersdorf hatte sich Miriam mit einem dritten Platz an der bayerischen Meisterschaft qualifiziert. Bei den Mädchen in der Altersklasse U12w war Miriam mit einer Wertungszahl von 1441 als die Nummer 20 von 46 Teilnehmerinnen gesetzt für dieses neunrundige Turnier.

Nach einem Startsieg bekam es Miriam in der zweiten Runde mit der Nummer 5 zu tun. Mit einem überzeugenden Sieg mit Schwarz gegen diese viel höher eingeschätzte Spielerin gelang ihr eine große Überraschung. Dann verlor sie in der dritten Runde gegen die Nummer 2, die am Schluss auch deutsche Vizemeisterin wurde. In der vierten und fünften Runde gewann sie gegen die Nummern 7 und 9, die beide mit einer Wertungszahl über 1600 viel besser eingeschätzt wurden. Nach einer Niederlage gegen die bayerische Meisterin und Nummer 4 und einem Sieg gegen eine schwächer eingestufte Gegnerin musste Miriam in der achten Runde gegen die Spitzenreiterin antreten, die mit einer Wertungszahl von 1831 klar die Nummer 1 war. In der Eröffnung hielt sie mit Schwarz stark dagegen, dann aber wurde sie von der zukünftigen deutschen Meisterin überspielt und verlor nach 50 Zügen.

Damit fiel Miriam nach der achten Runde mit 5 Punkten auf den sechsten Rang zurück. Eigentlich war mit diesen 5 Punkten das realistische Ziel für die deutsche Meisterschaft schon erreicht. Die Ausgangslage vor der letzten Runde war, dass Miriam mit einem Sieg wahrscheinlich einen Rang 3-5 erreicht, bei einem Remis wohl einen Rang 6-10 und bei einer Niederlage etwa Rang 11-15. Das zeigt die Dichte des Verfolgerfeldes hinter den beiden Spitzenreiterinnen.  

Miriam musste mit Weiß gegen die Startnummer 11 antreten, die mit einer Wertungszahl von 1605 ebenfalls einiges stärker eingeschätzt wurde. Die Gegnerin war gut vorbereitet und so konnte Miriam trotz starkem Spiel in der Eröffnung keinen Vorteil erzielen. Die Spielerin vom TSV Kareth-Lappersdorf zog dann den angegriffenen Zentralspringer auf ein falsches Feld zurück, so dass die Gegnerin einen starken Angriff mit Läufer und Turm auf den geschwächten weißen König erzielte. Naheliegenderweise wollte die schwarze Dame sich mit einer Mattdrohung an diesem Angriff beteiligen. Damit verdarb sie aber die schwarze Gewinnstellung, denn Miriam hatte diesen Angriff vorausgesehen und einen überraschenden Verteidigungszug gefunden. Die schwarzen Angriffsfiguren mussten sich zurückziehen und die Stellung war wieder ausgeglichen. Durch diesen Rückschlag verlor die Gegnerin den Faden, bald darauf eine Figur und die Partie.

Da die anderen Resultate alle für Miriam optimal liefen und sie von allen Spielerinnen mit 6 Punkten die beste Zweitwertung (Summe der Punkte aller Gegnerinnen) hatte, resultierte für Miriam der sensationelle dritte Rang an der deutschen U12w Meisterschaft. Damit erreichte sie auch den zweitbesten Platz aller Spielerinnen und Spieler aus Bayern in allen Altersklassen. Im Bild von Tobias Brunner sieht man Miriam bei der Siegerehrung auf dem Podest. Im Eingangsbild von Markus Schwarzfischer sieht man die Entschlossenheit von Miriam in der letzten Partie.

Die genauen Resultate und Partien unter

https://www.deutsche-schachjugend.de/2026/dem-u12w

und die gigantische Siegerehrung unter

die mit Livestream aus der Turnierhalle übertragen wurde. Wer sich auf die Siegerehrung der U12w beschränken will, sollte bei Minuten 18-23 reinschauen.

Bericht: Walter Gubler