Sportzentrum
Geschichte · Sport · Gemeinschaft

Sportzentrum Auf Kareths Höhen.

Wie aus Sportplätzen ein gemeinsames Sportzentrum wurde.

Hallen und Plätze, Vereinsräume und kommunale Sportstätten: Was heute selbstverständlich zusammengehört, ist über Jahrzehnte gewachsen – durch die Zusammenarbeit von TSV, Gemeinden, Schulen und vielen Menschen, die mit angepackt haben.

Heute auf Kareths Höhen

Das Sportzentrum heute aus der Luft

Bevor die Zeitreise beginnt, zeigt ein kurzer Rundflug, was aus dem Sportstandort auf Kareths Höhen geworden ist. Danach führt die Seite zurück zu den Anfängen und durch seine Entwicklung über die Jahrzehnte.

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Ende der 1960er-Jahre

Als ein neuer Sportplatz dringend gebraucht wurde

Ende der 1960er-Jahre stand der TSV vor einer grundlegenden Frage: Wo sollte der Sport in Zukunft stattfinden?

Der bisherige Sportplatz bot auf Dauer keine ausreichende Perspektive mehr. Zugleich entwickelte sich der TSV immer stärker vom fußballgeprägten Verein zu einem Verein mit mehreren Abteilungen und wachsenden Mitgliederzahlen.

Am 22. Februar 1968 machte Albert Stroh den damaligen Bürgermeister auf die Notwendigkeit eines neuen Sportplatzes aufmerksam. Im folgenden Jahr bat der TSV die Gemeinden Kareth und Lappersdorf offiziell um Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Lösung.

Aus der Suche nach einem neuen Sportplatz wurde nach und nach die Idee eines ganzen Sportzentrums.

Alter Sportplatz in Kareth im Jahr 1959
1959 · Der alte Sportplatz Sport beim TSV vor dem großen Ausbau auf Kareths Höhen.
Ort & Landschaft

Warum gerade hier – auf Kareths Höhen?

Wer heute auf das Sportzentrum schaut, sieht eine zusammenhängende Anlage mitten im Markt Lappersdorf. Als die entscheidenden Planungen begannen, sah die kommunale Landkarte noch anders aus: Kareth und Lappersdorf waren – mit eigenen Bürgermeistern, Gemeinderäten und gewachsenen Ortsidentitäten.

Begriffe ihrer Zeit

Manche Wörter auf dieser Seite waren für frühere Generationen ganz selbstverständlich, sind heute aber weniger geläufig oder hatten damals eine besondere Bedeutung. Deshalb erklären wir ausgewählte Begriffe dort, wo sie für die Geschichte wichtig werden. Violett unterstrichene Begriffe lassen sich anklicken oder antippen.

Der Sport verband beide Orte schon viel länger. Seit 1927 trug der gemeinsame Verein Kareth und Lappersdorf im Namen. Seine frühen Sportplätze lagen bei Kareth. Zu den ersten Sportorten gehörte auch ein Spielfeld beim . Die Lage auf der Hochfläche über dem Regental erklärt auch den im TSV seit Generationen gebräuchlichen Ausdruck „auf Kareths Höhen“.

Nach 1945 veränderte sich die Umgebung stark. Neue Wohngebiete entstanden, viele Familien zogen zu, Schulen und Sportangebote wuchsen. Parallel entwickelte sich der TSV vom lange vor allem durch Fußball geprägten Verein zum Mehrspartenverein. Aus einer vereinsinternen Platzfrage wurde deshalb zunehmend eine Aufgabe für den ganzen örtlichen Sport.

1927 Kareth und Lappersdorf sind im gemeinsamen Sportverein verbunden.
1958 Die bisherige Gemeinde Oppersdorf erhält den Namen Gemeinde Lappersdorf.
1978 Lappersdorf, Kareth und Hainsacker schließen sich zur gemeinsamen Gemeinde zusammen.

Besonders symbolträchtig: Das Vereinszentrum entstand im Grenzbereich der damals noch selbständigen Gemeinden Kareth und Lappersdorf.

Historische Ansicht von Kareth
Historisches Kareth Kareth war bis 1978 eine selbständige Gemeinde. Hier lagen die frühen Sportplätze des TSV und hier entwickelte sich später das Sportzentrum.
Gemeinsam gedacht

Aus einem Platzproblem wird eine gemeinsame Aufgabe

Ende der 1960er-Jahre ging es zunächst ganz praktisch um einen neuen Sportplatz. Der für das bisherige Gelände lief aus, der TSV wuchs und zugleich brauchten auch die Schulen verlässliche Flächen für den Schulsport. Aus mehreren einzelnen Bedürfnissen entstand deshalb Schritt für Schritt ein gemeinsames Projekt.

Eine wichtige Rolle spielte der damalige . Am 23. September 1970 fasste er weitreichende Beschlüsse für die weitere Entwicklung. Damit wurde aus der reinen Suche des TSV nach einem Ersatzplatz eine Planung, die Schule, Gemeinden und Verein zusammenführte.

Im Mittelpunkt stand die Idee, Flächen und Anlagen nicht mehrfach nebeneinander zu schaffen, sondern sie gemeinsam zu planen und gemeinsam zu nutzen. Am 5. Oktober 1973 konnte die neue schließlich für Schulen und Verein freigegeben werden.

Die Entwicklung fiel zugleich in eine Zeit, in der im Umfeld des in der Bundesrepublik vielerorts neue Sportplätze, Hallen und Bäder entstanden.

Sportstätten gemeinsam schaffen und gemeinsam nutzen – dieses Prinzip prägt den Standort bis heute.
1968–1976

Vom Platzproblem zum Sportzentrum

Zwischen dem ersten Hinweis auf die schwierige Platzsituation und der Übergabe des Vereinszentrums lagen nicht einmal neun Jahre. Dazwischen wurde geplant, verhandelt, gebaut, ausprobiert und immer wieder gemeinsam nach Lösungen gesucht.

22. Februar 1968

Albert Stroh macht Bürgermeister Schindlbeck auf die Notwendigkeit eines neuen Sportplatzes für den TSV aufmerksam.

6. Juli 1969

Georg Heitzer bittet die Gemeinden Kareth und Lappersdorf offiziell um Hilfe bei der Suche nach einem neuen Gelände, weil der Pachtvertrag für den alten Sportplatz ausläuft.

23. September 1970

Der Schulverband Lappersdorf trifft grundlegende Entscheidungen für die künftige Sportanlage. Damit wird der Schulsport zu einem festen Teil der gemeinsamen Planung.

Winter 1971/72

Noch während das Gelände im Entstehen ist, nutzen die Stockschützen bei passender Witterung bereits eine provisorische Eisfläche. Das Sportzentrum beginnt also gewissermaßen schon vor seiner Fertigstellung zu leben.

5. Oktober 1973

Die neue Kampfbahn Typ C wird für die Nutzung durch Schulen und Verein freigegeben. Der erste große Teil des neuen Sportstandorts ist damit in Betrieb.

27. Januar 1974

TSV-Vorstand und Bürgermeister besuchen gemeinsam eine Sportanlage in Parsberg. Die Informationsfahrt soll Anregungen für das geplante Vereinszentrum liefern.

4. Februar 1974

Bürgermeister, Fraktionsvorsitzende und Vereinsausschuss beraten im Gemeindesaal Lappersdorf gemeinsam über das weitere Vorgehen.

5. Februar 1974

Die ortsansässigen Architekten werden aufgefordert, sich mit einem Planentwurf um den Planungsauftrag zu bewerben.

7. März 1974

Der Planungsauftrag geht an den Karether Architekten Erich Zankl.

11. September 1974

Die Gemeinderäte aus Kareth und Lappersdorf beraten gemeinsam mit dem Vereinsausschuss und klären wesentliche offene Fragen des Bauvorhabens.

8. April 1975

Schulverband und TSV schließen eine Vereinbarung über die gegenseitige Nutzung der Sportstätten und ihrer Nebenanlagen. Das gemeinsame Nutzungsprinzip erhält damit eine langfristige Grundlage.

14. Mai 1975

Mit dem werden die rechtlichen Grundlagen für das Vereinszentrum festgeschrieben.

23. Juli 1975

Das Landratsamt genehmigt die Baupläne. Nun kann der Bau des Vereinszentrums entscheidend vorankommen.

24. Juni 1976

Richtfest für den Hallentrakt des Vereinszentrums.

4. Juli 1976

Der Sandplatz wird mit einem Spiel Gemeinderäte gegen Vereinsausschuss und einem anschließenden Bierfest eingeweiht – Sport und Begegnung gehören von Anfang an zusammen.

7. August 1976

Die ersten beiden Tennisplätze werden eingeweiht. Eine weitere Sportart erhält auf Kareths Höhen dauerhaft ihren Platz.

13. Oktober 1976

Wegearbeiten und Kinderspielplatz im werden abgeschlossen. Der Standort wird damit auch als Freizeit- und Begegnungsraum weiterentwickelt.

20. Dezember 1976

Die wichtigsten Bauarbeiten am Vereinszentrum sind abgeschlossen.

31. Dezember 1976

Beim ersten großen Silvesterball wird das Vereinszentrum offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Menschen hinter dem Sportzentrum

Pläne, Beschlüsse und Bauarbeiten hatten Gesichter

Ein Projekt dieser Größenordnung entsteht nicht von allein. Hinter den Sitzungen, Verträgen und Bauabschnitten standen Menschen aus Verein und Gemeinden, die ganz unterschiedliche Aufgaben übernahmen.

Der erste Anstoß

Albert Stroh

Albert Stroh gehörte zu jener Generation, die den TSV nach dem Krieg über viele Jahre prägte. Er war von 1966 bis 1968 Vorsitzender und anschließend bis 1972 Kassier. Am 22. Februar 1968 sprach er Bürgermeister Albert Schindlbeck auf ein Problem an, das sich nicht mehr aufschieben ließ: Der TSV brauchte einen neuen Sportplatz. Dieser Vorstoß steht am Beginn der Entwicklung, aus der wenige Jahre später das Sportzentrum hervorging.

Vom Fußballverein zum Mehrspartenverein

Georg Heitzer

Unter Georg Heitzer, TSV-Vorsitzender von 1968 bis 1973, veränderte sich der Verein grundlegend. Neue Sportgruppen wurden in den TSV aufgenommen, der Bedarf an gemeinsamen Räumen und Sportflächen wuchs. 1969 bat Heitzer die Gemeinden Kareth und Lappersdorf um Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Gelände. Die spätere Vereinschronik führt auch erste Überlegungen für ein gemeinsames Heim des wachsenden Vereins auf ihn zurück.

Zwei Gemeinden, ein Projekt

Albert Schindlbeck & Xaver Schäffner

Albert Schindlbeck für Kareth und Xaver Schäffner für Lappersdorf begleiteten die Entwicklung in einer Zeit, in der beide Gemeinden noch selbständig waren. Schindlbeck stand zugleich von 1973 bis 1976 an der Spitze des TSV. Dass Bürgermeister, Gemeinderäte und Verein bei Planung und Entscheidungen immer wieder gemeinsam am Tisch saßen, war eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen des Projekts.

Organisation und Zusammenhalt

Herbert Sinz

Als der Bau des Vereinszentrums konkret wurde, übernahm Herbert Sinz als 2. Vorsitzender und eine zentrale Rolle. Grundstücksfragen, Finanzierung, Vereinsorganisation und der Zusammenhalt des schnell wachsenden Mehrspartenvereins mussten gleichzeitig bewältigt werden. Die spätere Vereinschronik beschreibt ihn als wichtigen Ideengeber und Motor dieser Entwicklung. Bei der offiziellen Übergabe 1976 stand er gemeinsam mit Schindlbeck und Schäffner für das Zusammenspiel von Verein und Gemeinden.

Von der Idee zum Bauplan

Fritz Köhler & Erich Zankl

Konkrete Vorstellungen kamen auch aus dem Verein selbst. Bei der gemeinsamen Sitzung am 4. Februar 1974 legte der TSV eine Ideenplanung des Architekten Fritz Köhler aus der Schachabteilung vor. Sie fand weitgehende Zustimmung. Danach wurden örtliche Architekten zur Bewerbung aufgefordert; am 7. März 1974 erhielt der Karether Architekt Erich Zankl den offiziellen Planungsauftrag für das Vereinszentrum.

Finanzen, Förderung und Eigenleistung

Erich Dollinger jun., Albrecht Pirzer & Hans Müller

Ein großes Bauvorhaben brauchte neben Ideen auch finanzielle Disziplin, Förderer und viele helfende Hände. Kassier Erich Dollinger jun. wird in den damaligen Berichten für die finanzielle Grundlage des Projekts hervorgehoben. Albrecht Pirzer und Hans Müller gehörten zu den treibenden Kräften des . Müller stand zugleich für die neuen Abteilungen: Als Mitgründer und späterer Leiter der stark wachsenden Skiabteilung erlebte er unmittelbar, wie dringend der TSV zusätzliche Sportmöglichkeiten benötigte.

Herbert Sinz und Bürgermeister Xaver Schäffner
Herbert Sinz und Xaver Schäffner Vereinsführung und kommunale Verantwortung begegnen sich in der prägenden Bau- und Einweihungszeit des Sportzentrums.
Baustelle des Vereinszentrums des TSV Kareth-Lappersdorf
Aufbauarbeit 1974–1976 Das Vereinszentrum entsteht. Neben Firmen und öffentlichen Partnern tragen viele Mitglieder mit eigener Arbeit zum Bau bei.
1974–1976

Ein Vereinszentrum – und ein großer Kraftakt

Sportplätze allein reichten längst nicht mehr. Neue Abteilungen kamen hinzu, der Verein wuchs und es fehlten Hallenflächen, Umkleiden, Gemeinschafts- und Funktionsräume. Deshalb entstand parallel zur Sportanlage die Idee eines eigenen Vereinszentrums.

Die Planung war von Anfang an eng mit den Gemeinden verbunden. Nach der Informationsfahrt nach Parsberg wurden örtliche Architekten einbezogen; den Auftrag erhielt schließlich Erich Zankl aus Kareth. Gemeinderäte und Vereinsvertreter saßen bei wichtigen Entscheidungen gemeinsam am Tisch.

Auch die rechtliche Konstruktion war Teil dieses Modells: Der TSV sollte sein Vereinszentrum eigenständig nutzen und betreiben können, während Verträge zugleich die Interessen der Gemeinden und die gegenseitige Nutzung der Sportanlagen absicherten.

Das Vereinszentrum entstand im engen Zusammenspiel von TSV, Gemeinden und vielen ehrenamtlich engagierten Mitgliedern.

Eigenleistung

Viele halfen selbst mit

Die Vereinschronik beschreibt einen regelrechten Wettbewerb der Abteilungen darum, wer den eindrucksvollsten Beitrag zum Bau leisten konnte. Mitglieder investierten Zeit, handwerkliche Arbeit und persönliche Kontakte. Diese waren kein schmückendes Beiwerk, sondern ein wichtiger Teil des Projekts.

Historische Größenordnung

Mut trotz knapper Ausgangslage

Die alte Vereinschronik nennt für den TSV zu Beginn lediglich 20.000 Anfangskapital. Der vorgesehene Vereinsanteil am Projekt lag 1974 zunächst bei 400.000 DM und wurde später auf 550.000 DM angehoben. Das zeigt, wie ambitioniert das Vorhaben für einen ehrenamtlich geführten Verein war.

Menschen hinter dem Projekt

Organisation, Sparsamkeit und Unterstützung

In den damaligen Berichten werden unter anderem Kassier Erich Dollinger jun. sowie der Förderausschuss um Albrecht Pirzer und Hans Müller hervorgehoben. Neben öffentlichen Partnern, Spenden und Eigenleistungen halfen auch Unterstützer aus der örtlichen Wirtschaft, Finanzierungslücken zu schließen.

Mehr als ein Bauvertrag

Gemeinsame Nutzung wurde ausdrücklich geregelt

Besonders wichtig für die weitere Geschichte war die Vereinbarung vom 8. April 1975 zwischen Schulverband und TSV. Sie regelte die gegenseitige Nutzung der Sportstätten und Nebenanlagen. Damit wurde ein Prinzip, das aus praktischer Zusammenarbeit entstanden war, dauerhaft abgesichert.

Der Erbbaurechtsvertrag vom 14. Mai 1975 ergänzte diese Grundlage für das Vereinszentrum. So entstand ein Modell, in dem Verein und öffentliche Partner eng verbunden waren, ohne ihre jeweiligen Aufgaben aufzugeben.

1976

Ein gemeinsames Projekt wird sichtbar

Die historischen Aufnahmen zeigen nicht nur Gebäude und Anlagen. Sie zeigen auch die Menschen und die Zusammenarbeit, die hinter dem neuen Sportzentrum standen.

Ausgerechnet dort, wo eine Gemeindegrenze verlief, entstand ein Ort, der Kareth und Lappersdorf zusammenführte.
1987

Die Gemeindehalle erweitert die Möglichkeiten

In den 1980er-Jahren folgte der nächste bedeutende Schritt. Unmittelbar beim bestehenden Sportzentrum entstand die neue Gemeindehalle.

Mit ihrer Dreifachhalle und zusätzlichen Räumen eröffnete sie dem Schulsport und den Sportvereinen neue Möglichkeiten. 1987 wurde die Halle offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Schon der Name macht einen wichtigen Unterschied deutlich: Es war keine weitere Vereinshalle, sondern eine kommunale Sportstätte.

Schulen nutzen sie für den Unterricht, der TSV für zahlreiche Trainingsangebote und Wettkämpfe. Auch andere Vereine und Gruppen finden dort Raum. Am 24. Oktober 1987 feierte der TSV seinen 60. Geburtstag mit einem großen sportlichen Festabend in der neuen Halle – alle Abteilungen zeigten dort Ausschnitte aus ihrem Sportangebot.

Der Gedanke blieb derselbe: Sportstätten gemeinsam schaffen und gemeinsam nutzen.

Gemeindehalle Lappersdorf im Jahr 1987
Die neue Gemeindehalle 1987 wird sie zu einem weiteren wichtigen Baustein des Sportzentrums.
Ein Gelände wächst

Elf Jahre verändern das Sportzentrum

Besonders deutlich wird die Entwicklung beim direkten Vergleich der beiden historischen Luftbilder.

Sportzentrum Kareth-Lappersdorf im Jahr 1976
1976 · Das junge Sportzentrum Vieles, was heute selbstverständlich erscheint, war gerade erst entstanden.
Sportzentrum Kareth-Lappersdorf mit Gemeindehalle im Jahr 1987
1987 · Das Gelände ist weitergewachsen Die Gemeindehalle ergänzt das bestehende Sportzentrum.
Gemeinsam genutzt

Verein und Gemeinde – Seite an Seite

Die Gemeindehalle ergänzte das bestehende Sportzentrum nicht als isolierter Neubau. Sie wurde Teil eines gewachsenen Ganzen.

TSV-Anlagen, kommunale Sportstätten und schulisch genutzte Bereiche liegen unmittelbar nebeneinander. Unterschiedliche Träger und Nutzer teilen sich einen gemeinsamen Sportstandort.

Kinder lernen Teile der Anlagen bereits im Schulsport kennen und kehren am Nachmittag zum Vereinstraining zurück. Der TSV nutzt kommunale Sportstätten, zugleich werden Einrichtungen am Sportzentrum auch von Schulen, anderen Vereinen und weiteren Gruppen genutzt.

Dieses Prinzip zeigte sich auch bei der umfassenden Sanierung der TSV-Halle von 2018 bis 2020. Die Erneuerung wurde mit der schulischen Nutzung als zusätzliche Sporteinheit verbunden. Damit knüpfte die jüngere Entwicklung direkt an die Grundidee des Standorts an: Sportstätten gemeinsam weiterentwickeln und vielfältig nutzen.

Gerade das Zusammenspiel von Marktgemeinde, Schulen, TSV und anderen Vereinen hat den Standort über Jahrzehnte geprägt.
Kunst am Sportzentrum

Mehr als reine Zweckbauten

Auch wurde Teil des Sportzentrums. Zwei Werke prägen bis heute das Umfeld der Gemeindehalle.

1985 · Kunst am Bau

Glasfenster von Manfred G. Dinnes

Manfred G. Dinnes schuf die Glasfenstergestaltung für das Sportzentrum Lappersdorf. Die abstrakten Formen sind bis heute Teil der Architektur.

Dinnes (1950–2012) stammte aus Regensburg und arbeitete als Maler, Bildhauer und Glasgestalter. Nach Ausbildung in Bereichen wie Kirchenmalerei und Restaurierung sowie weiterer Beschäftigung mit Glasgestaltung studierte er Freie Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und wurde dort . 1980 erhielt er den der Stadt Regensburg.

Kunst im öffentlichen Raum

Ball-Skulptur von Ernst Geserer

Vor der Gemeindehalle steht Geserers markante Ball-Skulptur. Kugel und aufstrebende Formen geben dem Werk einen unmittelbaren Bezug zu Sport und Bewegung.

Ernst Geserer, 1944 in Regensburg geboren, arbeitet seit 1976 freischaffend. Zu seinen Arbeitsgebieten gehören Bildhauerei, Kunst am Bau, Kleinplastik und Zeichnung. Von 1978 bis 1988 war er zudem als freiberuflicher Dozent am Institut für Kunsterziehung der Universität Regensburg tätig; 1990 erhielt er den Kulturförderpreis der Stadt Regensburg.

Ein lebendiger Standort

Ein Sportzentrum, das nie wirklich „fertig“ war

Mit Vereinszentrum und Gemeindehalle war der entscheidende Grundstock gelegt. Fertig war der Standort damit aber nie. Neue Sportarten kamen hinzu, bestehende Abteilungen wuchsen und die Anforderungen an Umkleiden, Hallen, Plätze und technische Ausstattung veränderten sich immer wieder.

Schon die Entwicklung der Tennisanlage zeigt diesen Wandel: 1976 wurden zunächst zwei Plätze eingeweiht, später wuchs daraus eine deutlich größere Anlage. Auch Fußball, Leichtathletik, Eisstock, Kegeln und die zahlreichen Hallensportarten hinterließen im Laufe der Jahrzehnte ihre Spuren auf dem Gelände.

Besonders deutlich wurde das noch einmal seit dem Ende der 2010er-Jahre. Innerhalb weniger Jahre wurden nicht nur Gebäude erneuert, sondern auch zentrale Außensportanlagen technisch und baulich auf einen neuen Stand gebracht. Die Maßnahmen betrafen damit fast das ganze Spektrum des Sportzentrums – vom Hallensport über Fußball bis zur Leichtathletik.

1987

Die Gemeindehalle kommt hinzu

Die kommunale Dreifachturnhalle erweitert den Standort um neue Möglichkeiten für Schulsport, TSV-Abteilungen und weitere Vereine und Gruppen.

2009/10

Neue Außensportumkleiden

Weil die vorhandenen Umkleidemöglichkeiten für den Außensport in der Gemeindehalle nicht mehr ausreichen, wird das Sport- und Freizeitzentrum um neue Umkleideräume erweitert.

2013/14

Die Kegelbahn wird erneuert

Auch bestehende Anlagen werden nicht nur erhalten, sondern an neue Anforderungen angepasst. Die Kegelbahn gehört zu den Bereichen, die grundlegend modernisiert werden.

2018–2020

Die TSV-Halle wird umfassend saniert

Der Hallentrakt des Vereinszentrums wird grundlegend erneuert. Die Sanierung wird zugleich mit der schulischen Nutzung als zusätzliche Sporteinheit verbunden. 2020 ist die große Maßnahme abgeschlossen.

2021–2023

LED-Flutlicht und neuer Kunstrasen

Mit einem neuen Modernisierungspaket beginnt die nächste größere Erneuerungsphase. Die Flutlichtanlagen werden auf LED-Technik umgestellt und der in die Jahre gekommene Kunstrasen vollständig erneuert.

2022–2024

Leichtathletikanlagen werden erneuert

Auch Laufbahn, Weitsprung und Kugelstoß werden grundlegend saniert. Mit dem Abschluss dieser Arbeiten 2024 ist eine weitere große Modernisierungsphase des Sportzentrums beendet.

Heute

Erhalten, anpassen und weiterentwickeln

Das Sportzentrum bleibt ein gewachsener Standort, dessen Gebäude und Anlagen laufend gepflegt, erneuert und an neue Anforderungen angepasst werden. Aus einem einzelnen Sportplatz ist ein komplexes Sport- und Freizeitareal geworden.

Heute auf Kareths Höhen

Rund sieben Hektar Sport und Begegnung

Heute umfasst der gemeinsame Sportstandort rund . Dazu gehören unterschiedliche Hallen und Spielfelder, modernisierte Leichtathletikanlagen, Tennisplätze, Kunstrasen, Bereiche für Eisstock und Kegeln sowie weitere Sport- und Funktionsräume. Nicht alles gehört demselben Träger – gerade das Nebeneinander von Vereinsanlagen und kommunalen Einrichtungen ist bis heute charakteristisch.

Das Gelände erzählt deshalb keine abgeschlossene Baugeschichte. Es erzählt eine Geschichte des ständigen Weiterentwickelns – und des immer neuen Aushandelns gemeinsamer Lösungen.

Auf Kareths Höhen

Ein gemeinsames Sportzentrum

Heute wird häufig vom „TSV-Gelände“ gesprochen. Im Alltag ist das verständlich – schließlich befinden sich hier das Vereinszentrum und viele Sportstätten des TSV.

Historisch betrachtet ist der Standort aber mehr.

Er ist ein gemeinsames Sportzentrum.

Eigene Anlagen des TSV stehen neben Einrichtungen der Marktgemeinde. Schulen nutzen Teile des Sportzentrums ebenso wie Sportvereine. Unterschiedliche Gruppen trainieren und begegnen sich auf demselben Gelände.

Gerade dieses Zusammenspiel hat den Standort stark gemacht. Gemeinde und Verein haben über Jahrzehnte immer wieder gemeinsam Lösungen gefunden. Gleichzeitig brachte sich der TSV mit ehrenamtlicher Arbeit, Organisation und intensiver Nutzung der Anlagen in diese Partnerschaft ein. Die großen Modernisierungen der Jahre 2018 bis 2024 zeigen, dass dieses Zusammenspiel bis in die Gegenwart hinein weiterwirkt.

Aus einem Platzproblem Ende der 1960er-Jahre wurde Schritt für Schritt ein Sportzentrum für eine ganze Gemeinde. Eine Stätte der Begegnung.
100 Jahre TSV Kareth-Lappersdorf